Verlauf

Resümee

Der kulturelle Hintergrund der Tat
Durch das gesamte Geschehen von September 2016, als sie sich weigert, einer Namensänderung zuzustimmen, bis zum letzten Gespräch im Jugendamt Emmendingen hindurch zeigt sich Annes Angst vor Nasr-Eddine B. mit der konkreten Angabe, dass ihr Leben in Gefahr ist.
Im Sept. 16 kommt es zu starken Auseinandersetzungen, wegen einer gewünschten Namensänderung Noahs. Von diesem Moment der Weigerung an, mit der sie sich gegen ihn gestellt hatte, war sie in Gefahr. Es war vielleicht das erste Mal, dass sie sich dem B. widersetzt hatte, weil es diesmal nicht um sie ging, sondern um Noah, dessen Verbringung nach Algerien sie befürchtete.
Annes Hilfesignale wurden zwar registriert, man hat aber nicht reagiert. Polizei, Jugendämter, Staatsanwalt und Gericht, die alle beteiligt waren und die Anne rechtzeitig informiert und eingeschaltet hatte, haben die reale Gefahr, die von diesem Mann ausgeht und in Annes Aussagen massiv erscheinen, nicht erkannt. Sie haben insbesondere den kulturellen Hintergrund des Nasr-Eddine B. nicht bewertet, weil sie es nicht sehen wollten oder weil es ihnen nicht erlaubt ist. Anne (und die Kita Wellenreiter) haben alle Stichwörter hierzu genannt: Vermehrte Zuwendung zur muslimischen Religion, aggressives Verhalten, Respektlosigkeit zu Frauen, betrachtet Anne und Noah als sein Eigentum, mehrfache blutige Todesdrohungen.
Am 6.6.2017 beantragte der Täter, dass das Amtsgericht Freiburg die Verfügung eines Annäherungs- und Kontaktverbotes zurücknehmen solle. Am selben Tag fuhr er zum Jugendamt Emmendingen, sperrte aber zuvor die GPS-Funktion seines Handys. Die  Aufzeichnungen des Gerätes haben bis zum  6.6. und auch an diesem Tag nur Orte in Freiburg registriert. Am 6.6.2017 hat er somit begonnen, seine Bewegungen zu verdecken. Im Jugendamt Emmendingen war Frau R. für Noah zuständig, wie er aus E-Mails der Sachbearbeiterin, Frau R., wusste. An der Tür des Dienstzimmers der Frau R. sah er dann den Zuständigkeitsbereich von Frau R. angegeben: Teningen. 
Auslöser war  somit vermutlich das ausgesprochene Kontakt- und Annäherungsverbot, das in sein vermeintliches  „Eigentum“ Anne und Noah eingriff und seine Verfügungsgewalt über die Beiden beendete.

Wie Täter geflüchtete Frauen aufspüren:
Wenn man sich Webseiten von Jugendämtern in Deutschland ansieht, dann wird es Männern, deren Frauen mit ihren Kindern geflüchtet sind, leicht gemacht, deren Zufluchtsort auszumachen. Die Männer müssen nur die Schreiben des Jugendamtes ansehen und erfahren im Internet den Wohnort:  SachbearbeiterIn X ist für den Ort Y zuständig.

Zeitablauf

2009: Anne lernt Nasr-Eddine B. 2009 bei einer Fortbildung in Heidelberg kennen.

2010: Anfang 2010 zieht Nasr-E. B.  zu Anne nach Frbg, im Nov nehmen beide gemeinsam an einer großen Familienfeier teil, sind Gast in Annes Familie. In den folgenden Jahren immer wieder gegenseitige Besuche. Anne lernt seine Familie in Algerien kennen.

12.6.2013: erhält Annes Mutter eine Schmäh-SMS „ dir kann nur eine Kugel in Kopf helfen“, als sie Fragen zu seiner Person stellte.

19.6.2013: der gemeinsame Sohn Noah Metzger wird geboren, auch der Vater wird mit dem Sorgerecht eingetragen.

2014: B. droht Annes Mutter erneut mit dem Tod: „schlachte dich ab wie eine Hasen, wenn du dich mir u. meinem Sohn näherst“.

6.9.2016: Anne verweigert Noahs Namensänderung und teilt dem Jugendamt mit, „sein Vater kann sehr böse werden. Er schreit laut. Ich habe Angst vor ihm“.

Herbst 2016: B. wendet sich verstärkt dem Islam zu. 

12.12.2016: Kita „Wellenreiter“ dokumentiert Unterdrückung durch B. und dass Anne sich fürchte.

Dez. 2016: Anne teilt B. mit, dass sie sich von ihm trennt.

10.1.2017: B. erhält Hausverbot in der Kita „Wellenreiter“.

2.2.2017: B. verlangt vom Jugendamt Freiburg, dass „der Kindergarten Wellenreiter stärker überwacht werde“.

4.4.2017: Annes digitales Tagebuch: B. droht „wenn du  Krieg haben möchtest, wird dieser blutig enden“.

12.4.2017: Anne teilt dem Jugendamt Freiburg mit, dass sie große Angst vor B. habe, dass es Morddrohungen gäbe und er von Krieg und „blutig enden“ spräche. B. sei „in seiner Ehre gekränkt“. Jugendamt: „Frau Metzger wirkt sichtlich belastet und verängstigt. Sie weint stark während des gesamten Gespräches und ihre Angst ist ihr deutlich anzumerken.“ 

5.5.2017: B. droht erneut mit Mord. Anne: (Er sagte) „wenn ich sowas  (packen) nochmal mache , wird er mir mit dem Hammer auf den Kopf schlagen“. Sie wendet sich per Notruf an die Polizei. B. wird wg. Bedrohung belehrt. Anne wird unter Polizeischutz von einem Freund der Familie abgeholt.
5.5.2017: Polizeipräsidium Freiburg stellt Strafantrag bei der Staatsanwaltschaft wegen Bedrohung gemäß § 241 StGB.

6.5.2017: Anne holt unter Polizeischutz ihre Sachen aus  der Wohnung und zieht in die Teninger Eigentumswohnung. Ihre neue Wohnadresse bleibt beim Einwohnermeldeamt verdeckt, als Schutzmaßnahme nach dem häusliche Gewaltschutzprogramm.

9.5.2017: Anne teilt dem Jugendamt Emmendingen mit, dass sie Antrag auf Kontakt- und Annäherungsverbot gestellt habe.

11.5.2017: Amtsgericht Freiburg verfügt im Eilverfahren Kontakt- und Annäherungsverbot.

15.5.2017: Jugendamt Freiburg an JuA Emmendingen: Aufenthaltsort „diskret behandeln“.

6.6.2017: B. beantragt, Amtsgerichtsbeschluss vom 11.5.2017 zurückzunehmen, bestreitet Bedrohungen.

6.6.2017: B. ist im Jugendamt Emmendingen bei der Sachbearbeiterin, Frau R., zuständig für Teningen-Kernort, Integrationshilfe Teningen-Kernort (steht an der Tür und ist im Internet so abrufbar). B. weiß jetzt, wo Anne wohnt.

6.6.2017: B. sperrt auf seinem Smartphone die GPS-Funktion.

16.6.2017: Amtsgericht erhält eine Stellungnahme der Kita „Wellenreiter“: B. „behandelt seinen Sohn und seine Frau als Eigentum . Er hat keinen Respekt vor Frauen“. Mitarbeiterinnen fürchteten ihn.

13.6.2017: B. ist in Algerien und heiratet seine Cousine.

28.6.2017: Amtsgericht Freiburg bestellt einen Verfahrensbeistand für Noah, der den (Besuchs-) Umgang prüfen und bestimmen solle.

Juni 2017: Anne äußert zu einer Freundin, dass sie verbrannt werden wolle, wenn B. sie umbringt. „Das ist im Islam unrein“.

3.-4.7.2017: Gespräche des Verfahrensbeistandes mit Anne und B.: Er empfiehlt, Noahs Lebensmittelpunkt bei der Mutter, begleiteten Umgang zweimal zwei Stunden die Woche für B.

4.7.2017: B. an Jugendamt: Er wolle Noah dreimal in der Woche sehen und einmal am Wochenende.

24.7.2017: Amtsgericht Freiburg bestätigt Kontakt- und Annäherungsverbot.

27.7.2017: Anne ist zum letzten Mal im Jugendamt Emmendingen. Sie äußert ihre Angst, dass „es blutig enden“ wird. Es sei ihr wichtig, Noahs Selbstwertgefühl zu stärken; sie würde mit ihrem Sohn gerne sozialen Kontakt zu anderen Eltern aufbauen.

28.7.2017: Nasr-Eddine B. ermordet Anne und Noah auf grausame Weise mit dem Messer.